Customizing 101 – Die Grundlagen

Das Customizing von Action Figuren, bietet Euch die Möglichkeit, Eurer Kreativität freien Lauf zu lassen. Erstellt Charakter die Ihr aus Film, Comic, Cartoon, Buch oder Serie schon immer haben wolltet. Oder erweckt Euren Lieblingscharakter in Eurer Vision und in Eurer eigenen Interpretation zum Leben.

Es gibt keine Regeln und Ihr könnt Eurer Fantasie freien Lauf lassen. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Mischt Teile von unterschiedlichen Figuren zusammen (kitbashing), wählt Eure eigenen Farben, sculpted etwas dazu, benutzt Stoffe wie Kunstleder, alte kleine Ketten oder Metallteile oder setzt einen 3D Drucker ein um Teile für die Figur zu drucken. Es sind Euch keine Grenzen gesetzt.

Mit diesem Tutorial, will ich Euch aus meiner Erfahrung heraus helfen und zeigen, welche Schritte Ihr beachten müsst und welche Werkzeuge Ihr einsetzen könnt. 

1. Schritt: Waschen und Reinigen der Figur

Wenn Figuren aus der Fabrik kommen, haben diese meist noch den so genannten Mold Release drauf. Dieser ist leicht ölig und dient dazu, die einzelnen Teile der Figur besser aus der Form (Mold) zu bekommen.

Da auf dem Mold Release Farbe schlecht hält, muss die Figur für ein Repaint als aller erstes gründlich gewaschen werden.

Hierzu könnt Ihr einfach eine alte Zahnbürste und Spülmittel benutzen. 

2. Schritt: Auseinander bauen & Gelenke vorbereiten

Bevor Ihr die Figur nun aber bemalt, solltet Ihr diese zunächst einmal komplett auseinander bauen, um die Gelenke zu bearbeiten. 

Um die Figur leichter und unbeschädigt zu demontieren, sollte das Plastik erwärmt werden. Hierzu könnt Ihr einen Heißluftföhn benutzen oder die Figur für 5 Min in ein heißes Wasserbad legen. Bei kaltem Plastik besteht die Gefahr, dass bei dem Versuch die Figur auseinander zu nehmen Gelenke brechen.

Meistens sind die Figuren so angepasst, dass kaum genug Spalt zwischen den Gelenken und Gliedern ist.

Würdet Ihr nun hier direkt einfach Farbe auftragen, bestünde die Gefahr, dass diese durch Reibung wieder abgeht.

Daher sollten speziell die Gelenke an den Füßen, Knien, Ellenbogen, Händen und Schultern vorab geschliffen werden.

Hierzu könnt Ihr folgende Werkzeuge benutzen:

  • Feile
  • Schmiergelpapier 
  • Multifunktionswerkzeug z.B. Dremel 
  • Cutter- oder Bastelmesser 

Die Tools sind allesamt im Bauhaus oder z.B. bei Amazon zu bekommen.

Als Schmirgelpapier benutze ich für die die groben Arbeiten ein 400er Papier und gehe hinterher nochmal mit 800-1200 drüber um alles feiner zu schleifen. 

Ein Original Dremel ist nicht zwingend. Ich benutze zum Beispiel dieses Set hier. Hier sind auch direkt mehrer Bits mit bei mit denen Ihr gut arbeiten könnt. 

Wichtig ist, dass das Multifunktionswerkzeug in mehreren Drehzahlstufen einstellbar ist. Um das Plastik beim bearbeiten mit dem MFW nicht zum schmelzen zu bringen, solltet Ihr mit der niedrigsten Stufe anfange und Euch bei Bedarf langsam hochtasten. Macht zwischendurch mal eine Pause damit das Plastik wieder runter kühlen kann.  

Einige Teile an dem Figuren sind aber auch mit Sandpapier oder Multifunktionswerkzeug nur schwer zu bearbeiten. Hier vor allem die “Disks” and Füßen, Händen und Schultern. Um diese zu bearbeiten setzte ich am liebsten ein Cuttermesser oder Bastelmesser ein. 

Wie genau ich das Messer einsetze, zeige ich Euch nochmal in einem separaten Video.

Wenn einige Schichten Plastik runter geschliffen ist, könnt ihr die Staubreste am besten nochmal mit Wasser abwaschen. Nun sollte genug Spalt sein, damit es an den Gelenken zu keiner Reibung mehr kommen kann.

Als nächsten Schritt empfehle ich die Figur vor dem Bemalen wieder komplett zusammen zu bauen. 

Das hat meiner Meinung nach zwei wichtige Vorteile.

1. Peg Holes an den Gelenken können mit Apoxie Sculpt, Greenstuff etc. geschlossen werden und geben der Figure so einen cleaneren Look.

2. Ihr beschädigt euren Panitjob nicht beim zusammenbauen der Figuren. Den auch hier muss die Figure erst wieder warm gemacht werden. Dadurch wird auch die Farbe warm und kann sich lösen.

Ist die Figure nun wieder zusammen gebaut könnt Ihr die Peg Holes und andere Macken oder Löcher in der Figur mit einem zwei Komponenten Modelliermasse schließen. Ich tendiere Hier zu Apoxie Sculpt, Apoxie Clay oder GreenStuff.

3. Schritt: Peg Holes schließen

Alle drei Produkte sind zwei Komponenten Modelliermasse die Ihr in gleichen Anteilen mischen müsst. Vermengt die beiden Komponenten durch rollen und kneten in den Händen so lange, bis die gesamte Masse eine einheitliche Farbe hab.

Legt Euch eine kleine Schale mit Wasser daneben, so dass Ihr eure finger zum bearbeiten auf der figure immer mal wieder anfeuchten könnt um die Masse beim bearbeiten geschmeidig zu halten.

Ich werde auch nochmal ein separates Tutorial zum arbeiten mit 2 Komponenten Modelliermassen machen.  

4. Schritt: Grundieren

Je nachdem, welche Modelliermasse Ihr benutzt habt, sollte diese nach ca. 2-3 Stunden getrocknet sein und Ihr könnt mit dem Grundieren loslegen. 

Um einen besseren Halt und eine bessere Aufnahme der Farbe zu gewährleisten solltet Ihr glatte Flächen wie Plastik, Glas oder Metall immer Grundieren. Raue/spröde Flächen hingegen wie Holz oder Pappe sollten vorm bemalen versiegelt werden.

Welche Farbe Ihr für die Grundierung benutze ist letztendlich abhängig davon, welche Farbe Ihr als Base Color auftragen wollte. Bei Metallic Farben sollte immer Schwarz grundiert werden, bei Farben die weniger pigment stark sind wie gelb oder rot sollte ein helles grau verwendet werden.

Grundierung kann per Hand mit dem Pinsel oder per Airbrush aufgetragen werden. Gerade bei 6“ Action Figuren rate ich auf Grund der großen zu bemalenden Fläche, eine Airbrush einzusetzen. 

Egal ob man die Grundierung der Hand oder per Airbrush aufträgt, sollte diese vorher verdünnt werden, so dass diese eine leicht milchige Konsistenz bekommt. Zum verdünnen könnt Ihr Wasser benutzen oder einen Airbrush Thinner. 

Beim Grundieren könnt Ihr auch schon Pre-Shading oder Pre-Highlighting einsetzten, indem Ihr mit zwei bis drei verschiedenen Farbtönen arbeitet. Hierzu aber mehr in einem weiteren Tutorial über das Airbrushing von realistischen Hautton. 

Die Grundierung sollte nach Möglichkeit 24h trocken bevor diese komplett getrocknet und ausgehärtet ist. Ich lege meine Figure immer für einen Tag zur Seite und kommen am nächsten Tag zurück um den Base Coat aufzutragen.

5. Schritt: Bemalen der Figur – Base Coat, Schatten und Highlights

Auch hier können wieder Pinsel oder eine Airbrush eingesetzte werden. Mit einer Airbrush spart Ihr viel Zeit und bekommt gleichmäßigere Schichten hin.

Für ein besseres Ergebnis muss die Farbe wieder verdünnt werden, so wie die Grundierung.

Sowohl mit Airbrush als auch per Pinsel müssen je nach Farbe und Pigmentstärke drei bis fünf Schichten aufgetragen werden, bis Ihr ein deckendes gleichmäßiges Ergebnis erzielt. 

Falls Eure Figur mehrere Grundfarben bekommt (Zum Beispiel – roter Torso, blaue Arme und gelbe Beine) solltet Ihre Maskiertape einsetzen und Grenzen zu setzen und nicht zu übersprühen. 

Bemalen mit der Airbrush 

  • Base coat 
  • Schattierungen 1 (im Winkel von ca. 45° von unten sprühen)
  • Schattierung 2 (im Winkel von ca. 90° von unten sprühen)
  • Highlights 1 (im Winkel von ca. 45° von oben auf die Figure sprühen)
  • Highlights 2 (im Winkel von ca. 90° von oben auf die Figure sprühen) 
  • Varnish zum Versiegeln und Schützen der Farbe

Bemalen mit dem Pinsel

  • verdünnen 
  • 4-5 Schichten 
  • Wash
  • Drybrush
  • Glaze (base color mit wash color 50:50 mixen)
  • Drybrush

Zu den einzelnen Techniken mit dem Pinsel mache ich noch mal ein gesondertes Tutorial mit Videos anhand eines Baraka Repaints. 

Diese Techniken bevorzuge ich dann, wenn Ich eine Figure nicht komplett repainten will, sondern den vorhanden Farben einfach mehr Kontrast und Licht geben will. 

Ich hoffe, dass Tutorial hat Euch gefallen uns hilft Euch bei der Erstellung Eurer Customs.

Wenn Ihr Fragen, Wünschen oder Anregungen habt kommentiert gerne oder schreibt mich direkt über den ToyBox Discort im #customs Channel an. 

Viel Erfolg beim kreativ sein und customizing!

Ein Kommentar zu “Customizing 101 – Die Grundlagen

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