DLP/SLA/LCD Druck 101

In meinem vorherigen Post habe ich Euch bereits kurz die unterschiedlichen Techniken erklärt und welche Vorteile der Resindruck gegenüber dem Filamentdruck speziell für das Customizing mit sich bringt. 

In diesem Post gehe ich näher auf die benötigten Materialien und Software ein und zeige Euch anhand eines Beispiels welche Schritte Ihr für einen erfolgreichen Druck befolgen solltet. 

Benötigte Materialien vor dem Druck

Nitril Handschuhe 

Da es beim Kontakt mit Resin zu Hautirritationen oder Reizungen kommen kann, empfehle ich Euch beim Arbeiten mit Resin z.B. Einschütten in den Tank, Entnehmen der 3D Drucke oder Reinigen des Druckers, Nitril Handschuhe zu benutzen. 

Nitril Handschuhe haben gegenüber Latex und Vinyl Handschuhen den Vorteil, dass diese hautfreundlicher, reißfester und geeigneter für das Arbeiten mit Alkoholen und Lösungsmitteln sind. 

Schutzmaske

Den meisten Druckern liegen damit man direkt starten kann, bereits häufig einige von den uns bekannten “OP Masken” mit bei. Da Resin unangenehm riechen kann und um sich vor den Gasen die das Resin entwickelt zu schützen solltet Ihr bei längerem Handling auf jeden Fall zu Eurer eigenen Sicherheit eine Schutzmaske tragen.  

Resin

Hier gibt verschiede Marke und verschiedene Resine für unterschiedliche Anwendungen. Von sehr Flexibel und gummiartig bis hin zu stabil und sehr belastungsfähig. 

Je dunkler ein Resin desto schärfer werden Kanten geduckt. Je härter ein Resin desto mehr Detail bekommt der Druck. Solltet Ihr in einer Farbe drucken wollen, die Ihr als Resin nicht findet, könnt Ihr ein weißes, beiges oder transparentes Resin nehmen und Pigmente von zum Beispiel Monocure hinzu mischen um die gewünschte Farbe zu bekommen. 

Mein bevorzugten Resins aus meiner Erfahrung heraus sind:

  • Siraya Tech Blu (sehr starkes und belastungsfähiges Resin)
  • Siraya Tech Tenacious (sehr flexibles, gummiartiges Resin)
  • Siraya Tech Fast Grey (sehr detailreich)
  • Phrozen Beige Flex (bietet auch hohes Detail und fühlt sich an wie das Material einer Sideshow Statue oder einer NECA MOTU Staction) 

Ihr könnt auch verschiedene Resine miteinander mischen. Zum Beispiel das Blu mit dem Tenacious. So bekommt Ihr einen etwas flexiblen/nachgiebigen 3D Druck mit mehr stabilität. 

Slicer

Der Slicer ist die Software, die Ihr benötigt um die Druckdaten für Euren Drucken und Euer Resin druckfähig zu machen. 

Im Slicer habt Ihr die Möglichkeite die Modelle in beliebiger Größe zu skalieren. Außerdem werden im Slicer die Supports gesetzt. Die Supports sind wie das englisch Wort sagt, Hilfen/Unterstützungen. Supports setzen auf der Druckplattform an und verbinden sich mit dem 3D Modell um dieses zu unterstützen und um das Modell auf der Druckplattform festzuhalten. Wie genau Ihr am besten Eure Supports setzt, zeige ich Euch in einem Schritt für Schritt Video.

Einige Druckerhersteller liefern deren eigenen Silcer als Installationsdatei auf einem USB Stick mit. Universelle und gängige Slicer sind Chitubox und Leechy. Beide gibt es sowohl als kostenlose als auch einer kostenpflichtigen Pro Version für Windows und MacOS. 

Ich persönlich bevorzuge aufgrund des Handlings und der benutzerfreundlichkeit Leechy.

Wie genau Ihr de Slicer benutzt und was Ihr damit macht, zeige ich Euch in dem Step by Step Druck Tutorial anhand eines Videos. 

Zudem empfehle ich Euch einen kostenlosen Netfabb Account zu erstellen. Dieser wird in zusammenarbeit mit Leechy sehr praktisch sein, da beschädigte Dateien direkt repariert werden können! 

3D Modelle

Wenn Ihr nun einen Drucker und alle weiteren Materialien habt, bringt Euch das natürlich nicht weiter, wenn Euch die passenden Dateien zum Drucken fehlen 🙂 

Wenn Ihr begabt und kreativ seid, könnt Ihr diese Dateien natürlich in Programmen wie Blender, ZBrush, Putty 3D oder Shaper3D selber digital sculpten und erstellen. 

Ihr habt aber auch die Möglichkeit, bereits fertige Dateien aus dem Internet zu downloaden. Hier gibt es viele verschiedene Seiten die sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Files zum Download anbieten. Der größte und bekannteste Anbieter für kostenfreie 3D Modelle ist  Thingivers 

Ein Mix aus kostenlosen als auch bezahlbaren Modellen findet Ihr unter anderem auf folgenden Seiten.

Do3d.com 

CGTrader 

Cooolstuff

Myminifactory

cults3D

Benötigte Materialien nach dem Druck!

Küchenpapier

Für die Reinigung der Drucke und des Druckers solltet Ihr hier von Unmengen vorrätig haben. 

Isopropanol

Zum Reinigen der 3D Drucke. 

Nachdem ein Druck beendet ist, bleibt auf den Objekten immer noch eine flüssige Schicht von Resin zurück, von der Ihr die Objekte vor dem Aushärten befreien solltet, damit auch alle Details schön zum Vorschein kommen. 

Solltet Ihr die Drucke direkt unter die UV Lampe legen, wird die übergebliebene flüssige Schicht, die die Drucke überzieht aushärten und die Objekte würden an Detail verlieren. 

Das Resin ist ölig und kann daher am besten mit Alkohol gereinigt werden. Es gibt mittlerweile allerdings auch einige Öko Resine die allein mit Wasser abgewaschen werden können. Als Beispiel gibt es hier das “Water Washable Resin” von eSun oder Phrozen

Ihr habt folgende Möglichkeiten reguläres Resin zu mit Isopropanol (99.9% reiner Alkohol) zu waschen: 

  1. Ihr füllt das Isopropanol in einen alten Behälter, legt die 3D gedruckten Objekte in den Behälter und reinigt diese per Hand mit einer alten Zahnbürste.
  2. Ihr füllt das Isopropanol in ein Ultraschallreinigungsgerät, legt die gedruckten Teile in das Reinigungsgerät und schaltet dieses für 90 sec ein
  3. Die teuerste Variante ist die Anschaffung eine speziellen Curing Chamber zum Beispiel von Creality oder Anycubic, welche die Teile gleichzeitig reinigt und aushärtet 

405nm UV Lampe

Nachdem die Drucke gereinigt sind werden die Objekte nun zunächst von den Supports befreit.

Je nach Resin sollten die Drucke nun zwischen 10-30 min unter der UV Lampe aushärten. 

Sandpapier oder Feile

Um eventuelle Rückstände von Supports zu entfernen könnt Ihr die gleichen Werkzeuge benutzen die ich Euch bereits im dem Tutorial zum Customizing vorgestellt habe. 

Trichter & Sieb

Beide werden benötigt, um überschüssiges Resin aus der Resinwanne nach dem Druck wieder zurück in die Flasche zu kippen. Der Sieb dient dazu eventuell bereits getrocknete Resinstücke zurückzuhalten, damit diese sich nicht mit dem guten Resin vermischen und diese nicht verunreinigen. 

Spachtel

Es werden insgesamt zwei unterschiedliche Spachtel benötigt: 

  1. Ein Metallspachtel um die gedruckten Modelle von dem Build Plate zu kratzen und einen Kunststoffspachtel um das überschüssige Resin vorsichtig aus der Resinwannen zurück in die Flasche zu “kratzen”. 
  2. Ein Metallspachtel würde hier die FEP Folie der Wanna beschädige die allerdings eh in regelmäßigen Abständen ausgewechselt werden muss.

3D Printing Step by Step

Da wir nun alles was wir für einen 3D Druck benötigen zusammen haben, zeige ich Euch in dem nächsten Post die einzelnen Schritte im Detail. Hierzu mache ich ein Video von der Vorbereitung der Dateien zum Drucken bis hin zur Reinigung und dem finalen Aushärten.

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